Trapez

trapez„Wenn ich erzähle, dass ich Trapez mache, dann kennt das immer keiner, und es ist lustig, das zu erklären. Die meisten denken dann immer an Schwungtrapez und finden es sehr gefährlich: ‚Fällst du nicht runter?!'“ (Sarah F.)

Einige von uns hätten sicherlich auch mal Lust, so richtig weit oben zwischen zwei Trapezen hin und herzufliegen – wer jedoch schon einmal im Juxirkus war, wird verstehen, dass das in unserem Zelt mit den beiden nebeneinander aufgehängten Trapezen nicht so wirklich möglich ist… Trotzdem gab es im Programm „Sommer im Jux“ eine Nummer, in der sogar ziemlich heftig geschaukelt und vorher jedes Mal das Publikum in der ersten Reihe in Sicherheit gebracht wurde – aber der Reihe nach:

Was ist ein Trapez?

„Trapez – das ist eine Stange, die an zwei Schnüren hängt, an der man Teile macht.“ (Anna-Marija)

Stellt euch also eine Schaukel mit etwas dickeren Seilen vor, an der sich anstelle des Brettes eine Stange befindet, die an den Verbindungsstellen zum Seil mit einem mit Watte gefüllten Lederpolster umwickelt ist. Die Trapeze hängen an einer waagerechten Stahlkonstruktion („Traverse“), die mit unserem Zeltmast verbunden ist, so hoch, dass man je nach Körpergröße aus eigener Kraft von der untergelegten Weichbodenmatte aus heran springen oder von einer anderen Person heran gehoben werden kann.

Was kann man mit einem Trapez machen?

Ganz einfach gesagt: Man kann auf der Trapezstange in den unterschiedlichsten Positionen sitzen oder stehen und sich mit den verschiedensten Körperteilen an die Stange oder an die Seile hängen. Das geht langsam, mit fließenden Übergängen oder schnell (z.B. Abfaller, Bauchwellen), alleine oder zu mehreren und kann geplant und für eine Nummer vorbereitet sein oder spontan aus dem Moment heraus kommen (mit „3-Minuten-Improvisation“ wird das Training meistens begonnen).

Was ist so besonders daran?

„Es ist ein Sport, den nicht jeder macht“ (Sarah Sch.) und den auch „nicht jeder kennt.“ (Sarah F.)
„Trapez kann man nicht überall lernen, das gibt es nicht in der Schule und ist einfach besonders!“ (Alexandra)
„Trapez machen ist wie eine Ingwerwurzel: Es gibt immer wieder Überraschungen und man weiß nie, was beim Improvisieren kommt …“ (Cécile)
„Für manche Sachen braucht man Mut und Überwindung, wie z.B. für die große Fahne, und es ist so toll, wenn man es dann geschafft hat!“ (Leonie)
„Ich mag es, elegante Übungen oben in der Luft zu machen.“ (Ronja)

Ist das anstrengend?

„Tierisch anstrengend!“ (Marie)
„Manchmal denkst du, deine Arme fallen gleich ab…“ (Sarah Sch.)

Deshalb das – bei einigen nicht sehr beliebte – Krafttraining… Je mehr Kraft vor allem in Armen, Händen, Bauch, Rücken, Hüftbeuger, Oberschenkeln, Waden, Füßen (hab` ich was vergessen?!) vorhanden ist, desto leichter geht es und desto mehr Spaß macht es!

Tut das weh?

Ja!!!!
Es gibt fast nichts, was zumindest am Anfang nicht wehtut!!! Es gibt verschiedene Theorien darüber, dass und warum es später nachlässt (Hornhaut, absterbende Nerven?!), aber Tatsache ist, dass es niemals ganz aufhört, und vor allem Pausen fatal sind…

„Jetzt kann ich nicht mehr ans Trapez, weil meine Hände so wehtun, das brennt wie Feuer!“ (Sarah Sch.)

„Es kann auch bequem sein“ (Marie) „und tut nicht mehr so weh, wenn man sich daran gewöhnt hat“ (Finya, Mira), aber auch die Namen einiger Trapeztricks (z.B. „Bauchquetscher“ oder „Kniebrecher“) lassen ahnen, dass es nicht ohne Schmerzen geht…

Warum macht ihr das dann?!

Um das zu verstehen, muss man es selber ausprobiert haben… muss man selber am Trapez gewesen sein und nach der ersten Anstrengung und den brennenden Händen mit diesem besonderen Freiheitsgefühl belohnt worden sein, mit diesem Gefühl, den eigenen Körper zu beherrschen und sich weit oben in der Luft schwerelos bewegen zu können… Das ist GLÜCK!

„Man fühlt sich frei, hängt in der Luft.“ (Lea)
„Weil es ein gutes Gefühl ist, in der Luft herumzufliegen!“ (Finya)
„Man hat den Überblick über alles, und es ist etwas ganz Wunderbares.“ (Sarah F.)
„Es ist wie fliegen, und man kann sich ganz frei fühlen.“ (Marie)
„Sich durch die Luft bewegen, das ist schön!“ (Carolin)
„Ich liebe es, auf Bühnen zu stehen, vor allem mit Trapez aufzutreten. Das Publikum in einen Bann zu ziehen und ihm das Gefühl der Schwerelosigkeit zu vermitteln. Es ist schön, die Freiheit und Höhe am Trapez zu spüren. Trapez ist etwas sehr Spirituelles!“ (Cécile)

Und warum gerade im Juxirkus?

„Weil es ein guter Kinderzirkus ist!“ (Irina)
„Weil ich die Gruppe gut finde, und weil wir etwas zusammen machen!“ (Ronja)
„Die ganze Gemeinschaft hier gefällt mir – niemand kann nichts!“ (Mona)
„Der Juxirkus ist wie eine große Familie, jeder hilft jedem, Große und Kleine machen was zusammen und man lacht sich nicht aus, sondern miteinander – und wir haben eine nette Trainerin!“ (Leonie)

Kann ich mitmachen?!

Prinzipiell ja, da wir jedoch für die beiden Trapezgruppen in den drei Stunden Trainingszeit in der Woche (mittwochs von 17-18:30 Uhr und freitags von 18-20 Uhr) nur zwei Trapeze zur Verfügung haben, müssen die Gruppen leider zahlenmäßig begrenzt bleiben. Anderenfalls wäre es zu voll und für alle frustrierend, pro Training nur 1-2 x ans Trapez zu kommen und nicht wirklich etwas zu lernen. Deshalb gibt es eine Warteliste, auf die ihr euch jederzeit setzen lassen könnt (schickt eine Mail ans Büro mit Namen und Geburtstag des Kindes und wie man euch erreichen kann, wir leiten die Mail dann weiter) – momentan ist diese jedoch sehr voll und die Wartezeit extrem lang, da selten welche mit Trapez aufhören… wie vielleicht nach diesem Text zu verstehen ist!

 

Trapeztrainerin Julia

Für alle, die im Juxirkus am Trapez fliegen, hängen, schaukeln, manchmal sehr leiden aber hoffentlich äußerst häufig glücklich dabei sind.